Trettmann Krankheit

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Trettmann (* 9. Oktober 1973 als Stefan Richter in Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz) ist ein deutscher Hip-Hop-, RnB- und Dancehall-Sänger. Weithin bekannt wurde er ab 2016 mit deutschsprachigem Trap- und Cloud-Rap, der seine Texte in einem Stil irgendwo zwischen Rap und moduliertem Gesang rezitiert. Trettmann arbeitet mit dem Produzententeam KitschKrieg zusammen.

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Stefan Richter wuchs bei seinem älteren Bruder und seiner Mutter auf. Die Familie wohnte im Wohngebiet Fritz Heckert, einem großen Plattenbau-Neubaugebiet. Später nannte er die Plattensammlung seiner Mutter und „Black Music“ auf Westradio seine frühesten musikalischen Einflüsse.

Seine ersten Eindrücke vom Hip-Hop bekam er 1984, als die B-Boys-Gruppe New York City Breakers in der Fernsehsendung Wetten, dass..? und der Film Beat Street, der 1985 in die DDR-Kinos kam. Richter begann mit dem Breakdance und schloss sich verschiedenen Crews in Chemnitz an.

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Gleichzeitig wurde er Mitglied des Zentralpionier- und FDJ-Ensembles Karl-Marx-Stadt, das in einer Extraschulklasse unterrichtet wurde. Neben dem normalen Unterricht erhielten die Schüler eine Ausbildung in Orchester- und Chormusik, Tanz und Sprechen. Dafür wechselte er 1984 die Schule und besuchte ab der 5. Klasse die E-Klasse an der Fritz-Schmenkel-Schule in Chemnitz-Schönau. Richter legte sein Abitur nach der Wiedervereinigung in Chemnitz ab, absolvierte aber keine Ausbildung und kein Studium.

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Anfang der 1990er Jahre reiste er erstmals nach Jamaika, ein Reiseziel, das ihn musikalisch stark beeinflusste. In den folgenden Jahren arbeitete er in verschiedenen Aushilfsjobs, unter anderem in einem Plattenladen. Er legte auch Schallplatten auf. Eine Zeit lang lebte er in Berlin, dann zog er 2001 nach Leipzig, um mit seinen Freunden vom Reggae-Soundsystem Rotzlöffel HiFi Partys zu veranstalten und als MC aufzutreten.

Mit seiner Debütsingle ist Summer für alle da! Unter dem damaligen Künstlernamen Ronny „RT“ Trettmann stieg er 2006 für vier Wochen in die deutschen Single-Charts ein. Der Name soll ähnlich klingen wie „Dreadman“, also Mann mit Dreads. Ronny Trettmann sang seine Lieder in sächsischer Mundart und persiflierte die deutsche Reggae-/Dancehall-Szene. The Coffee Mix (2006) fasst die frühen Produktionen des Labels German Records zusammen. 2007 eröffnete er die große Bühne beim Summerjam Festival und hatte seinen ersten Auftritt beim Splash Festival. 2008 hat er es von Hand gemacht! machte auf den sogenannten „Leipziger Bleiskandal“ aufmerksam: Mit Blei versetztes Marihuana war in Leipzig in Umlauf gebracht worden und hatte mehrere Dutzend Menschen vergiftet.

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Im Frühjahr 2008 beendete er seine Zusammenarbeit mit Germaican Records und gründete sein eigenes Label Heckert Empire. Gemeinsam mit Soulforce, einem Musikproduzenten aus Krefeld, der auch ein Soundsystem betrieb, veröffentlichte er im Herbst desselben Jahres den Heckert Empire Mix und entfernte sich damit immer mehr vom Image eines reinen Comedy-Künstlers. In seinem Song Grandfather aus dem Jahr 2008 verarbeitet er die Vergangenheit seiner Großeltern. 2010 trat er rund 40 Mal im Jahr auf, sein Debüt-Studioalbum Zwei Chlorbleiche-Schurken erschien, aufgenommen zusammen mit Rüdiger Schramm alias Ranking Smo. Bis dahin hatte Trettmann den sächsischen Dialekt und damit den Comedy-Act endgültig aufgegeben. Vor der Veröffentlichung seines Albums Tanz auf dem Vulkan (2013) sammelte er per Crowdfunding Geld für Promotion, Marketing und Produktion einer Aufnahme. Mit dem Erlös wurde auch das Video zur Single Ostseemuse produziert.

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o Kürzlich kam Trettmann in meine Stadt. Und obwohl ich mir fast sicher war, dass ich den Abend diesmal ohne Tränen überstehen würde, wurde ich schon bei den ersten Geräuschen nervös. Es ist zwar viel Zeit vergangen seit meinem Umzug und vieles, was mich damals noch beschäftigt hat, ist zunehmend graue Geschichte geworden, aber irgendwie heilt so etwas nie wirklich. Doch der große Tränenausbruch blieb aus und ein fast angenehmes Gefühl machte sich breit. Sich an eine Zeit zu erinnern, in der die Tatsache, dass jemand anderes meine Gefühle kannte und sie besser ausdrücken konnte als jede Power-Ballade der Welt, ein großer Trost war.

Und während ich mich sicher fühlte und leicht angeheitert dahinschwankte, kroch mir der Text eines Songs vom neuen Album in die Gehörgänge. Und da war er, der Knödel. Denn ein bisschen so, als würde er mein imaginäres Tagebuch lesen, schaffte es Trettmann wieder einmal, aus meiner Seele zu sprechen.

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