Michael Haukohl Vermögen

Michael Haukohl Vermögen

Michael Haukohl, dessen Vater und Großvater bereits in einer Stiftung tätig waren, bezeichnet die Gründung seiner Stiftung als die beste Entscheidung seines Lebens. Die Arbeit an den Projekten macht ihm sehr viel Spaß. Tausende Kinder und Jugendliche werden in verschiedenen Projekten unterstützt und er ist immer der richtige Ansprechpartner für Kitas und Schulen im gesamten Lübecker Raum. Zwei hauptamtliche Mitarbeiter, Petra Severin und Susanne Werner, arbeiten in der Geschäftsstelle der Stiftung als Projektleiter und unterstützen den Unternehmer in seinem Lebenswerk. Es ist ihm nicht wichtig, ständig als Sponsor in den Medien aufzutreten. Bei einer Fotosession im Günter-Grass-Haus bat ich um ein Foto mit der Autorin Cornelia Funke auf einer Ausstellung, musste aber aufgeben, weil Michael Haukohl das Museum inzwischen heimlich verlassen hatte. So sind sie, die Hanse. Und das macht sie so sympathisch.

Michael Haukohl Vermögen
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Der Lübecker Kaufmann Michael Haukohl und seine Frau Ina gründeten 2001 die Michael Haukohl Stiftung zur Förderung von Kindern und Jugendlichen in den Bereichen Bildung, Ausbildung und Sport. Der Fokus der Förderung liegt auf benachteiligten Kindern und Jugendlichen aus sozialen Brennpunkten, aber auch besonders begabte Kinder und Jugendliche profitieren von der Förderung.

Der Wunsch des Paares nach eigenen Kindern wurde nicht erfüllt. Über die Stiftung stellen sie finanzielle Mittel zur Verfügung, um Kinder und Jugendliche zu unterstützen, deren Eltern dies nicht selbst leisten können und der öffentlichen Hand die Mittel fehlen.

Oft reicht schon eine formlose schriftliche Bewerbung, um das Interesse von Michael Haukohl zu wecken. Nicht selten vereinbart er einen Termin vor Ort, um sich selbst ein Bild von dem Projekt zu machen, oder der Bewerber wird zu einem Vorstellungsgespräch in das Stiftungsbüro in der Wakenitzstraße 73 eingeladen. Bereits nach wenigen Tagen erhält der Bewerber die Zusage eine Benachrichtigung.

Die Michael Haukohl Stiftung hat seit ihrer Gründung 458 Einzelprojekte mit insgesamt 1.925.723 Euro gefördert. Im aktuellen Jahresbericht 2014 wurden für 106 geförderte Projekte insgesamt 348.723 Euro zur Verfügung gestellt.

Michael Haukohl Vermögen
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Für den Stiftungstag am 1. Oktober konnte das Netzwerk stiften-in-schleswig-holstein.de drei ausgewiesene Experten zum Thema „Vermögensverwaltung für Stiftungen“ gewinnen. Das Thema ist in der Tat hochbrisant, denn die weggeschmolzenen Zinsen auf Festgeldanlagen, aber auch Unsicherheiten durch die Corona-Pandemie stellen die Verantwortlichen für Anlagen im Stiftungsbereich an der Börse vor erhebliche Herausforderungen. So war es nicht verwunderlich, dass die Informationsveranstaltung im Martinshaus des Diakonischen Werks Schleswig-Holstein gut besucht war.

Nach der Begrüßung durch Diakonie-Vorstand Kay-Gunnar Rohwer stellte Bernd Hannemann, Vorstand der Stiftung Diakonie Schleswig-Holstein und des Netzwerks stiften-in-schleswig-holstein.de, Ablauf und Inhalt der Veranstaltung vor. Er erklärte auch, dass das Netzwerk es als primäre Aufgabe ansehe, regelmäßige Schulungen für gute Grundlagenarbeit anzubieten. „Neben der Verleihung des Schleswig-Holsteinischen Stifterpreises und der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für das gemeinnützige Stiftungssystem im Land ist die Weiterbildung für gute Stiftungsarbeit eine wichtige Aufgabe für uns“, sagt Bernd Hannemann.

Michael Haukohl Vermögen
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Der erste Vortrag befasste sich mit der Nachhaltigkeit der Vermögensverwaltung. Sebastian Kösters, Sustainable Investment Management – ​​ein Tochterunternehmen der Evangelischen Bank – stellte die wachsende Bedeutung nachhaltiger Kapitalanlagen vor. „Unsere Kunden achten zunehmend darauf, ob Investitionen sozial und ökologisch sind und suggerieren zudem eine gute Unternehmensführung.“ Das Tochterunternehmen der Evangelischen Bank verwaltet derzeit rund 4,5 Milliarden Euro, die sich auf 100 Einzelkunden und 12 Investmentfonds verteilen. „Wir empfehlen nur nachhaltige Anlageformen, die sich an den 17 Zielen der Vereinten Nationen orientieren.“ Diese entwickeln sich derzeit rasant.

Carsten Mumm, Chefvolkswirt der Donner & Reuschel AG, referierte zum Thema „Kapitalmärkte im Ausnahmezustand – was sollten Anleger jetzt tun?“. Die Privatbank Donner & Reuschel hat sich auf die Vermögensverwaltung für Privatkunden und semi-institutionelle Anleger spezialisiert.

Für Mumm ist klar, dass die Niedrigzinsphase noch lange nicht vorbei ist und sich die Kunden daher in Richtung realer Werte orientieren. „Der Trend geht in Richtung Gold, Aktien und Immobilien“, sagte der Ökonom. In jedem Fall würden wir in einer Zeitenwende leben, deren große Herausforderungen Digitalisierung und Klimawandel sein dürften, so Carsten Mumm weiter. Interessant waren auch die Erläuterungen zum Thema „Risiko“. „Letztendlich gibt es keine risikolosen Anlagen und verzinsliche Wertpapiere sind derzeit nur negativ“, sagt Mumm. Allerdings gäbe es Modelle, die Risiken minimieren können, insbesondere im Umgang mit Aktien. „Aber auch hier gilt: Je mehr Sicherheit, desto geringer die Rendite.“

Michael Haukohl Vermögen
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Der Unternehmer und Stifter Michael Haukohl gründete zunächst seine eigene erfolgreiche Stiftung, die sich seit fast 20 Jahren der Förderung von Kindern und Jugendlichen in Lübeck mit den Schwerpunkten Sozialkompetenz, kulturelle Bildung, Auslandserfahrung und Berufsorientierung widmet. Darüber hinaus ist Michael Haukohl Geschäftsführer der Parcham-Stiftung in Lübeck, die von dem Lübecker Kaufmann und Ratsherrn Henning Parcham (1552-1602) gegründet wurde.

Michael Haukohl, der die Finanzanlagen der Stiftungen selbst direkt verwaltet, bestätigte nicht nur die Aussagen von Kösters und Mumm zur Lage an den Finanzmärkten, sondern betonte auch, dass die Verantwortung immer bei der Stiftung selbst liege, auch wenn dies der Fall sei verwaltet von Banken oder Vermögensverwaltern. „Deshalb ist es auf die eine oder andere Weise wichtig, dass sich die Stiftungsleitung ausreichend Gedanken über die Anlageziele macht, und dazu gehört auch die Risikobeurteilung.“ Man müsse wissen, was man will, so Haukohl weiter. „Banken sind letztlich Verkäufer, bei aller Seriosität und rechtlichen Zusage bleibt die Haftung für den Anlageerfolg letztlich bei den Stiftungen“, so Haukohl weiter.

Michael Haukohl Vermögen
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Den Abschluss der Informationsveranstaltung bildete eine halbstündige Frage-Antwort-Runde zwischen dem Auditorium und den Referenten, die eine Vertiefung der präsentierten Themen ermöglichte. Deutlich wurde auch, dass die ungünstige Zinssituation für festverzinsliche Wertpapiere Stiftungen vor besondere Herausforderungen stellen wird, um ihre Ziele und Aufgaben auch in Zukunft zu erreichen.

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