Brigitte Kronauer

Brigitte Kronauer

Brigitte Kronauer (29. Dezember 1940 – 22. Juli 2019) war eine deutsche Schriftstellerin, die in Hamburg lebte. Ihre in der Tradition Jean Pauls geschriebenen Romane mit kunstvollem Schreibstil und ironischem Unterton wurden mehrfach ausgezeichnet, darunter 2005 der Georg-Büchner-Preis, 2011 der Jean-Paul-Preis und 2017 der Thomas-Mann-Preis.

Brigitte Kronauer
Brigitte Kronauer

Kronauer wurde in Essen geboren und wuchs bei ihrer Mutter auf. Sie studierte Pädagogik und arbeitete als Lehrerin in Aachen und Göttingen. Mitte der 1970er Jahre zog sie nach Hamburg, wo sie ihre literarische Arbeit begann. 1980 erschien ihr erster Roman, Frau Mühlenbeck im Gehäus, erschienen im Klett-Cotta Verlag, der auch alle ihre folgenden Werke veröffentlichte.

Der Roman hat autobiografische Elemente. Seine Sprache war in der Literatur nach dem Zweiten Weltkrieg ungewöhnlich, mit Sätzen, die mit akrobatischer Kühnheit (“von akrobatischer Gewagtheit”) konstruiert wurden. Kronauer nannte Jean Paul als einflussreich für ihre Arbeit. Wie in seinem Schreiben enthalten Kronauers Sätze oft Doppeldeutigkeiten und ironische Anspielungen.

Brigitte Kronauer
Brigite Kronauer

Sie schrieb erfolgreiche Romane wie Berittener Bogenschütze (1986), Teufelsbrück (2000), Verlangen nach Musik und Gebirge (2004), Errötende Mörder (2007), Zwei schwarze Jäger (2009), Gewäsch und Gewürze (2013) und Der Scheik von Aachen (2016). Ihr Roman Das Schöne, Schäbige, Schwankende soll im August 2019 erscheinen. Er handelt von einer Schriftstellerin voller Selbstironie.

2005 wurde sie für ihr literarisches Gesamtwerk mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Unter anderem erhielt sie 2011 den Jean-Paul-Preis und 2017 den Thomas-Mann-Preis.

Kronauer starb am 22. Juli 2019 nach langer Krankheit in Hamburg.

Brigitte Kronauer
Brigitte Kronauer

Kronauers Kollege Martin Mosebach, der die Laudatio bei der Verleihung des Thomas-Mann-Preises hielt, sagte in einem Interview des Deutschlandfunks vom 24. Juli 2019, er betrachte sie als eine Schreiberin in der Tradition Jean Pauls auf edle Art und erwähne so erhabene Aspekte Kunstfertigkeit (“kunstvoll sublim”) und zartem Humor mit einem schwebenden, ironischen, zarten Unterton (“schwebender, ironischer, zarter Unterton”) sich in Mimik und großen Naturszenen widerspiegeln und erkennen, wie sich die Natur „über das kleine kauzige Menschenwesen wölbt“ („Die Natur wölbt sich über das kleine kauzige Menschenwesen“), wiederum ähnlich wie bei Jean Paul. Er beschrieb sie als eine Person mit einem durchdringenden Verstand, einer vollkommenen sorgfältigen Kontrolle des Ausdrucks, die immer bemüht ist, das richtige Wort zu finden, und von großer Freundlichkeit (“… eben diese einzigartige Gegenwart eines durchdringenden Verstandes, eines vollkommenen, sehr, sehr Eine deutliche Kontrolliertheit ihres Ausdrucks, ein ungeheures Bemühen, immer das genau richtige Wort zu finden – und eine große Liebenswürdigkeit”.

Die FAZ nannte sie eine der größten deutschsprachigen Autorinnen der Nachkriegszeit.

Brigitte Kronauer
Brigitte Kronauer

Als sie den Jean-Paul-Preis des Freistaats Bayern erhielt, beschrieb die Jury ihr Schreiben mit den Worten: „Die Brillanz ihres Stils macht sie zu einer Ausnahmeerscheinung in der deutschen Gegenwartsliteratur“ („Die Brillanz ihres Stils macht sie zu einer Ausnahmeerscheinung in der deutschen Gegenwartsliteratur”), mit Eigenschaften wie “Erfindungskraft, Humanität und ein Humor, der die oft eigenwilligen ihrer Figuren Bücher mit Liebe begleitet und niemals verrät”),[8] und galt gleichzeitig als “Großmeisterin der Boshaftigkeit”.

Brigitte Kronauer
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Folgende Preise gewann Brigitte Kronauer

1985: Fontane-Preis Berlin

1989: Heinrich-Böll-Preis Köln

1998: Hubert-Fichte-Preis der Stadt Hamburg

2000: Kronauer wurde zum Mainzer Stadtschreiber 2001 gewählt, einem Literaturpreis, der von den Fernsehsendern ZDF und 3sat sowie der Stadt Mainz vergeben wird. Kronauer gab den Preis jedoch im März 2001 wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem ZDF über das sogenannte „elektronische Tagebuch“, einen Film, dessen Produktion und Ausstrahlung Teil des Preises gewesen wäre, samt 24.000 DM Preisgeld und Hinterlegungsrecht zurück im Gutenberg-Museum für ein Jahr.

2005: Georg-Büchner-Preis

2011: Jean-Paul-Preis

2017: Thomas-Mann-Preis

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